AKT London im Interview: Ed & Andy über Deos, Düfte und große Auftritte
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Acht Shows pro Woche, heiße Scheinwerfer, schwere Kostüme – und kein Deo, das wirklich mithalten konnte. So begann die Geschichte von AKT London. Dass aus ihrer Suche nach einem zuverlässigen Deo einmal eine internationale Körperpflegemarke werden würde, hätten die beiden Musicaldarsteller Ed Currie und Andy Coxon damals wohl selbst nicht gedacht.
Wir haben mit den beiden Gründern über die Anfänge im Londoner West End, ihre Liebe zu besonderen Düften, die Herausforderungen nachhaltiger Verpackungen und ihre Pläne für AKT gesprochen.
Weil wir selbst einige Jahre in London gelebt haben, wollten wir natürlich auch wissen, was die beiden heute an der Stadt lieben und was sich in den vergangenen zwanzig Jahren verändert hat.
Und dann wäre da noch die Geschichte aus Eds Bühnenkarriere, ohne die es AKT vielleicht nie gegeben hätte ...
Inhaltsverzeichnis
Blanda: AKT London entstand aus einem ganz konkreten Problem im Theateralltag. Wann habt ihr gemerkt, dass eure Idee auch Menschen außerhalb der Theaterwelt anspricht?
Ed & Andy: Als wir mit AKT anfingen, hatten wir nicht vor, ein Beauty-Imperium aufzubauen. Wir wollten einfach nur nicht mehr hinter der Bühne stinken!
Wir standen achtmal pro Woche im Londoner West End auf der Bühne, unter glühend heißen Scheinwerfern und in schweren Kostümen. Aber wir konnten einfach kein Deo finden, das wirklich funktionierte. Also dachten wir uns: Dann machen wir eben selbst eins. Wie schwer kann das schon sein? Sehr schwer, wie sich herausstellte!
Drei Jahre lang experimentierten wir in unserer winzigen Küche in Camden, bis wir endlich eine Rezeptur hatten, von der wir begeistert waren. Wir verteilten Proben an Darsteller im gesamten West End – und die Resonanz war unglaublich.
Der eigentliche Aha-Moment kam allerdings, als wir plötzlich Rückmeldungen von Menschen bekamen, die mit Theater überhaupt nichts zu tun hatten. Pflegekräfte, Lehrer, Büroangestellte, Sportler, Eltern – Menschen, die einfach ein Deo wollten, das mit ihrem Alltag mithalten konnte.
Da wurde uns klar: Jeder von uns hat jeden Tag seinen ganz eigenen Auftritt. Man muss nicht im Scheinwerferlicht stehen, um Standing Ovations verdient zu haben. Und da wurde AKT zu etwas viel Größerem als nur einem Deo für Bühnenprofis.
Die ganze Welt ist schließlich eine Bühne!
Blanda: Eure Produkte haben einen ganz eigenen Charakter und schaffen mit ihren Düften eine besondere Atmosphäre. Wie gelingt euch die Balance zwischen Wirksamkeit, Duft und Alltagstauglichkeit?
Ed & Andy: Bei AKT spielt die Wirksamkeit immer die Hauptrolle. Alles andere gehört zur Nebenbesetzung.
Das haben wir beim Theater gelernt. Du kannst die schönsten Kostüme haben, das spektakulärste Bühnenbild und eine atemberaubende Beleuchtung. Aber wenn die Vorstellung schlecht ist, kommt niemand ein zweites Mal. Und die Kritiken fallen bestenfalls mittelmäßig aus.
Unsere Produkte müssen also zuallererst hervorragend funktionieren. Das ist die 'Pflicht'. Aber der Duft, das Design und das gesamte Erlebnis bei der Anwendung? Das ist die 'Kür'!
Wir sind geradezu besessen davon, Düfte zu kreieren, die einen an einen anderen Ort versetzen. Vielleicht schlendert man durch einen italienischen Orangenhain, zieht sich in die japanischen Berge zurück, spaziert nach einem Gewitter durch den Wald oder verliert sich zwischen den Blumenständen eines Londoner Marktes. Jeder Duft erzählt seine eigene Geschichte.
Deshalb nennen wir unsere Düfte auch nicht einfach Scents, sondern Scenes – also Szenen. Denn Düfte haben diese außergewöhnliche Fähigkeit, Menschen in andere Welten zu entführen. Ganz ähnlich wie ein gutes Theaterstück sein Publikum.
Wir möchten gerne aus etwas so Alltäglichem wie dem Auftragen eines Deos oder einer Dusche einen kleinen besonderen Theatermoment machen. Ein paar Sekunden, in denen man dem Alltag entfliehen kann, bevor der Vorhang für den Tag aufgeht.
Blanda: Viele Deodorants versprechen viel. Aber AKT funktioniert tatsächlich. Wie seid ihr bei der Entwicklung eurer Rezeptur vorgegangen und wie habt ihr die wirksamste Kombination von Inhaltsstoffen gefunden?
Ed & Andy: Drei Jahre, eine winzige Küche in London, Hunderte Experimente und zwei zunehmend frustrierte Schauspieler. Das war unser glamouröser Einstieg in die Welt der Kosmetikchemie!
Wir sind an die Entwicklung herangegangen wie an eine West-End-Produktion: proben, verbessern, wieder proben. Und wenn etwas nicht funktionierte, ging es zurück an den Anfang. Übung macht den Meister!
Wir wussten ganz genau, was wir wollten: ein natürliches Deo, das acht Shows pro Woche durchhält, mit dem wir nicht schon mitten in der Vorstellung anfangen zu müffeln und das sich gleichzeitig sehr angenehm auf der Haut anfühlt.
Wir experimentierten mit verschiedenen Kombinationen aus natürlichen Pulvern, Mineralstoffen, Ölen und Pflanzenbuttern. So entwickelten wir schließlich unseren eigenen Deo-Barrier Complex™. Inhaltsstoffe wie Natron, Magnesiumoxid, Zinkoxid und Pfeilwurzpulver wirken zusammen, um Gerüche zu neutralisieren und Feuchtigkeit aufzunehmen. Pflegende Öle und Pflanzenbuttern versorgen gleichzeitig die Haut – ganz gleich, wo man den Balm aufträgt: unter den Achseln, den Busen, den Unterarmen, Innenseiten der Oberschenkel oder an den Füßen.
Der eigentliche Clou war aber nicht ein einzelner Inhaltsstoff, sondern die richtige Balance zwischen allen Komponenten. Und natürlich hatten wir die anspruchsvollsten Tester, die man sich vorstellen kann: professionelle Tänzer. Wenn dein Deo ein West-End-Musical übersteht, sollte es eigentlich auch eine Besprechung am Montagmorgen überleben. Allerdings sind wir uns nach einigen solcher Besprechungen nicht mehr ganz sicher, was stressiger ist.
Mehr zum Thema: Wie funktionieren natürliche Deodorants eigentlich, und worauf kommt es bei ihrer Formulierung an? In unserem Artikel „Natürliche Deos ohne Aluminium: Wie gut sind sie wirklich?“ gehen wir diesen Fragen genauer nach.
Blanda: Ihr habt euch von Anfang an sehr bewusst für bestimmte Verpackungslösungen entschieden. Welche nachhaltige Entscheidung war für euch die schwierigste – und gleichzeitig die wichtigste?
Ed & Andy: Die Aluminiumtube. Ach du liebe Güte, diese Aluminiumtube!
Von Anfang an stand für uns fest, dass wir Plastikverpackungen so weit wie möglich vermeiden wollten. Allerdings stellten wir ziemlich schnell fest, dass die Beauty-Industrie geradezu süchtig nach Plastik ist.
Wir probierten Glasgefäße, Metalldosen und alle möglichen anderen Alternativen aus. Aber nichts bot uns die Kombination aus Funktionalität, Alltagstauglichkeit und Ästhetik, die wir uns vorstellten. Schließlich entschieden wir uns für Aluminiumtuben. Schön, leicht, immer wieder recycelbar und mit einem wunderbar nostalgischen Charme. Es gab nur ein winziges Problem: Die Verschlüsse waren fast immer aus Plastik. Und da dachten wir uns: Das ist doch Quatsch, oder?
Also verbrachten wir Jahre damit, einen eigenen, speziell angefertigten Aluminiumverschluss zu entwickeln. Viel Aufwand für etwas, worüber die meisten Menschen wahrscheinlich nie groß nachdenken. Aber genau darum geht es. Wir finden, gute Entscheidungen sollten schon bei der Produktentwicklung getroffen werden – anstatt darauf zu warten, dass die Kunden es tun.
Was wir daraus gelernt haben? Manchmal ist das Richtige eben auch das Schwierigste. Aber wenn schon, denn schon! You know what I'm sagen?
Blanda: AKT London hat sich von einer Deodorantmarke zu einer umfassenderen Körperpflegelinie entwickelt. Wie entscheidet ihr, ob ein neues Produkt wirklich zu AKT passt?
Ed & Andy: Wir stellen uns eine ganz einfache Frage: Hat dieses Produkt einen Platz auf unserer Bühne verdient?
Wir haben kein Interesse daran, Produkte auf den Markt zu bringen, nur weil alle anderen das gerade auch tun. Die Welt braucht nicht noch ein Körperpflegeprodukt, das zwar hübsch im Badezimmerregal aussieht, aber ansonsten nicht besonders viel kann.
Jedes neue AKT-Produkt muss sich seine 'Hauptrolle' verdienen. Es muss außergewöhnlich gut funktionieren, ein alltägliches Pflegeritual aufwerten und etwas wirklich Aufregendes in seine Produktkategorie bringen. Und natürlich muss es absolut fantastisch duften!
Genau mit diesem Gedanken haben wir auch unser Body Wash Concentrate, den Body Conditioning Balm, das Body Oil und den Foaming Body Scrub entwickelt. Wir wollten aus alltäglichen Pflegeprodukten etwas machen, das sich alles andere als alltäglich anfühlt.
Wir sind außerdem überzeugt, dass die Haut am Körper genauso viel Aufmerksamkeit, Pflege und Innovation verdient wie die Gesichtshaut, auf die sich die Kosmetikindustrie traditionell so stark konzentriert.
Wir sehen AKT nicht mehr nur als Deomarke. Wir kreieren eine Bodycare-Performance Company. Und glaubt uns: Der zweite Akt hat gerade erst begonnen. Fortsetzung folgt!
Blanda: Wenn jemand AKT in zehn Jahren zum ersten Mal entdecken würde, ohne eure Geschichte zu kennen – was sollte dieser Mensch auf Anhieb über die Marke verstehen?
Ed & Andy: Dass dies eine Marke ist, der es wirklich am Herzen liegt, wie gut ihre Produkte funktionieren, wie sich Menschen damit fühlen und welche Spuren wir damit hinterlassen.
Wir würden uns wünschen, dass man sofort erkennt, dass AKT ein bisschen anders ist. Dass in allem, was wir machen, Freude, Fantasie und eine gewisse Theatralik stecken. Vor allem aber möchten wir zeigen, dass Wirksamkeit und Freude sich nicht ausschließen müssen.
Man kann unglaublich wirksame Produkte entwickeln, die gleichzeitig schön und nachhaltig sind und deren Benutzung einfach richtig Spaß macht. Wir haben kein Interesse daran, Menschen einzureden, sie müssten irgendetwas an sich reparieren, sich verbessern oder jemand anderes werden.
Wir möchten Menschen das Selbstvertrauen geben, hinaus in die Welt zu gehen und ganz sie selbst zu sein. Ohne sich zu verbiegen. Und ohne sich dafür entschuldigen zu müssen.
Ganz gleich, ob man auf der Bühne steht, als Arzt arbeitet, ein Unternehmen führt oder einfach nur versucht, gut durch den Tag zu kommen: Jeder verdient es, im eigenen Leben die Hauptrolle zu spielen. Vorhang auf! Das Rampenlicht gehört dir.
Blanda: Wenn jemand London besucht – welchen Ort würdet ihr unbedingt empfehlen? Einen Ort, der für euch den besonderen Charakter der Stadt einfängt?
Ed & Andy: Den Columbia Road Flower Market an einem Sonntagmorgen. Hundertprozentig!
Es ist chaotisch, bunt, laut, herrlich exzentrisch und einfach unwiderstehlich. Blumenhändler, die lautstark ihre Stäuße anpreisen, Eimer, die vor lauter Blumen fast überquellen, kleine Läden, wunderschöne Cafés – und zwischendrin immer mal wieder jemand, der versucht, sich mit einem fast zwei Meter hohen Olivenbaum durch die Menschenmenge zu kämpfen.
Das ist London von seiner allerbesten Seite. Und das Ganze hat etwas wunderbar Theatralisches. Die bunten Vögel, der Lärm, das ganze Spektakel. Man könnte sich keine bessere Szene ausdenken. Man fühlt sich wie mitten in einer britischen Romcom.
Wir lieben diesen Ort so sehr, dass wir ihm sogar einen unserer Düfte gewidmet haben: SC.05 Columbia Road.
Unser Tipp? Früh hingehen, einen Kaffee holen, sich einen völlig übertrieben großen Blumenstrauß kaufen und anschließend den Nachmittag damit verbringen, das East End zu erkunden.
Und einen Regenschirm mitnehmen. Wir sind schließlich in England. Aber du bist ja nicht aus Zucker, oder?
Blanda: Wir haben selbst von 2003 bis 2006 in London gelebt und die Stadt geliebt. Was hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren verändert – und was ist zum Glück genauso geblieben wie damals?
Ed & Andy: Also, ein Pint Bier kostet heute ungefähr so viel wie 2003 eine kleine Wohnung!
Aber eigentlich hat sich gar nicht so viel verändert: Die U-Bahnen sind immer noch genauso laut und schmuddelig, die Pubs sind freitags um die Mittagszeit nach wie vor brechend voll, und die Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit während der Rushhour immer noch genauso schlecht gelaunt.
Was sich allerdings verändert hat, sind viele Viertel, die früher kaum jemand auf dem Schirm hatte. Heute sind sie fantastische Adressen für Essen, Kunst, Mode und Kultur. Besonders das East End ist kaum wiederzuerkennen. Und erst das Essen!
Vor zwanzig Jahren hatte die britische Küche international ja nicht gerade den glamourösesten Ruf. Heute kann man sich durch die Küchen der ganzen Welt probieren, ohne London auch nur verlassen zu müssen.
Was ich aber besonders liebe und was sich zum Glück überhaupt nicht verändert hat, ist die Theaterszene. Die gehört für mich immer noch zum Besten, was die Welt zu bieten hat. Nur muss man heute leider fast seine Niere verkaufen, um sich eine Eintrittskarte leisten zu können.
Blanda: Ihr kommt beide aus dem Londoner West End. Was war einer der lustigsten oder unvergesslichsten Momente, die ihr je auf der Bühne erlebt habt?
Ed: Hmm, gute Frage!
Mein wohl unvergesslichstes Erlebnis hatte ich, als ich im Musical A Chorus Line im London Palladium auftrat. Das Stück ist tänzerisch extrem anspruchsvoll. Meine Rolle, Bobby, musste allerdings einen eigens angefertigten Wollpullover tragen, während der Rest der Besetzung in enganliegenden Tanztrikots auf der Bühne stand.
Mitten in der Vorstellung drehte sich jemand aus dem Ensemble zu mir um und sagte:
„Ed, du stinkst wie Sau!“
Autsch!
Aber ... genau das brachte mich auf die Idee, das beste Deo der Welt zu entwickeln. Also bin ich ihm heute irgendwie sogar dankbar dafür!
Vielen Dank an Ed und Andy für dieses wunderbare Gespräch, die ehrlichen Einblicke und den herrlich britischen Humor.
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